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Enhedu’ana: Prinzessin, Hohepriesterin und Dichterin

Enhedu’ana ist zweifellos die wichtigste Frauengestalt des 3. Jahrtausends v.u.Z.

Über das Leben von Enhedu’ana sind wir hauptsächlich durch ihre Schriften
informiert. Enhedu’ana war die Tochter des akkadischen Königs Sargon des Großen (2356 bis 2300 v.u.Z. [mittlere Chronologie [1]] bzw. 2292 bis 2236 v.u.Z. [kurze Chronologie]). Sargon setzte seine Anverwandten gezielt in politisch wichtigen Positionen ein: Deshalb ernannte er Enhedu’ana zur Hohepriesterin des Mondgottes Nanna in Ur, der Liebes- und Kriegesgöttin Inana in Uruk und des Himmelgottes Anu, ebenfalls in Ur. Das heißt, dass sie in zwei der wichtigsten Städte Sumers, des von Sargon kurz davor kolonialisierten Gebietes, im höchsten religiös-politischen Amt [2] eingesetzt wurde, nämlich als Hohepriesterin der drei wichtigsten Götter Sumers. Als Inhaberin dieses wichtigen Amtes übte sie großen Einfluss auf die Stadt- und Tempelbehörden aus und konnte dadurch ihrem Vater sehr nützlich sein.

Laut Roberta Binkley [3] lebte Enhedu’anna ca. 2285-2250. Von Enhedu’anna stammen die ersten literarischen Texte der gesamten Weltliteratur. William Halo benannte sie den «Shakespeare der Sumerischen Literatur». Sie ist auf jeden Fall die erste bekannte Autorin, die in der ersten Person schrieb.

Ihr Stil und ihre Persönlichkeit scheinen mit denen Sapphos vergleichbar zu sein, die im 7. Jh. v.u.Z. lebte und sich einen ebenso großen Ruhm, sowohl bei ihren Zeitgenossen als über die Jahrhunderte hin, erwarb.

Wie auch Sappho verfügt Enhedu’ana über ein ausgeprägtes Selbstbewusstsein: Sie ist die erste Schriftstellerpersönlichkeit, die sich selbst namentlich erwähnt un düber ihre persönlichen Angelegenheiten schreibt. Und wie auch ihre griechische Nachfolgerin zeichnet sie sich durch eine klare, ausdrucksstarke, sehr persönliche und gelegentlich leidenschaftliche Ausdruckungsweise aus.

Als ihre wichtigsten Schriften gelten die kraftvollen Hymnen für Inana, die älteste Tochter des Mondgottes Nanna sowie die Göttin der Liebe und des Krieges.

Die angesprochenen Themen in diesen Gesängen sind politischer, ritualistischer, theologischer, historischer, normativer sowie persönlicher Art.
So beschreibt sie die Vertreibung aus ihrem Amt durch Lugal-Ane, den rebellischen Statthalter von Ur. Auf sehr bewegende Weise bringt sie ihren Schmerz über die Kränkungen durch Lugal-Ane zum Ausdruck.

Auf religiös-politischer Ebene war sie eine ausgezeichnete Helferin ihres Vaters
Sargon: Sie stand für den Synkretismus und die Harmonisierung der sumerischen und akkadischen Religionen. Diese Überzeugung diente als Rechtfertigung der Akkadischen Politik, insbesondere in Hinblick auf die Eroberung Sumers. Sie diente auch als religiöse Unterstützung der Unifizierung Babyloniens.

Die einzigen Quellen über Enhedu’anas Leben, worüber wir bisher verfügen, sind ihre eigenen Schriften, wenige Erwähnungen auf anderen Tontafeln [4], und die von Sir Leonard Woolley entdeckte Reliefscheibe (siehe Foto). Wenn den Krieg im Irak beendet würde, könnten wir vielleicht neue Daten entdecken und die Forschung weitersetzen [5].

Enhedu’ana

Auf dieser steinernen Reliefscheibe, die vermutlich in den Kult des Mondgottes Nanna Verwendung fand, ist Enhedu’anna dargestellt. Auf der Rückenseite ist ihr Name vermeldet. Entdeckt 1927 durch Sir Leonard Woolley in Ur.

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Bibliographie:

Selz,Gebhard J.. Sumerer und Akkader. Geschichte Gesellschaft Kultur. München: C.H.Beck, 2005, pp. 67-69.

Saggs, Henry W.F.Völker im Lande Babylon. Stuttgart: Konrad Theiss Verlag, 1995, pp. 83-84.

Wikipedia EN. En-hedu-ana.
Wikipedia DE. Enheduanna.

Roberta Binkley. Enheduanna.

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[1] Über die Schwierigkeiten der Chronologie des alten Mesopotamiens werde ich mich in einem späteren Aufsatz verbreiten.

[2] Die Unterteilung zwischen Politik und Religion im modernen Sinne gab es im alten Mesopotamien noch nicht.
Der Tempel war das politische, wirtschaftliche sowie religiöse Machtzentrum.

[3]http://www.cddc.vt.edu/feminism/Enheduanna.html

[4] Achtung: Oxford-Beistrich!

[5]Eine interessante Website + Blog finden sie unter http://iwa.univie.ac.at/site.html

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Immanuel Kant

Ist er nicht süß, der Kant?

 

Ehe. Die Ehe ist die “Verbindung zweier Personen verschiedenen Geschlechts zum lebenswierigen wechselseitigen Besitz ihrer Geschlechtseigenschaften”.

Die eine Person kann sich hier (im Geschlechtsgenuß) nur unter der Bedingung zur Sache machen, daß die andere sich ihr ebenfalls als solche gibt; denn nur so gewinnt sie wieder ihre Persönlichkeit. Das Verhältnis der Verehlichten ist ein Verhältnis der Gleichheit des Besitzes sowohl der Personen als der Güter. In der Ehe liegt ein “auf dingliche Art persönliches Recht” vor. [Metaphysik der Sitten, 1797-98]

Frau. Die Frau gehört (als Typus) zum “schönen”, der Mann (der Idee nach) zum “edlen” Geschlecht.

Das Gefühl für das Schöne überwiegt bei der Frau, das des Erhabenen beim Manne, worauf die Erziehung zu achten hat. Die Frau hat ebenso Verstand wie der Mann; es ist nur ein “schöner Verstand”, der des Mannes soll ein “tiefer Verstand” sein. “Mühsames Lernen oder peinliches Grübeln, wenn es gleich ein Frauenzimmer darin hoch bringen sollte, vertilgen die Vorzüge, die ihrem Geschlecht eigentümlich sind.” Das ernste Studium der Wissenschaften ist für die Frau insofern nicht geeignet, es würde ihre Reize schwächen. Die Tugend der Frau ist eine “schöne Tugend”, die des Mannes eine “edle Tugend”. Die Frau vermeidet das Böse, “nicht weil es unrecht, sondern weil es häßlich ist”, und tugendhafte Handlungen bedeuten bei ihr solche, die “sittlich schön” sind. “Nichts von Sollen, nichts von Müssen, nichts von Schuldigkeit.”

 

 

Siehe auch: Rudolf Eisler: Wörterbuch der philosophischen Begriffe

 

 

 

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